Die Jugend von damals

Um eine These für einen zu erstellenden Artikel zu verifizieren, stolperte ich über diese Passage aus der seinerzeitigen Besprechung der 13. Shell-Jugendstudie:

»Ausländerfeindliche Töne sind, wie auch die Shell-Studie belegt, im Osten deutlich lauter als im Westen. In den neuen Ländern, wo der Anteil der Nichtdeutschen an der Wohnbevölkerung bei 2,2 Prozent liegt (im Westen: 10,4 Prozent), finden mehr als zwei Drittel der Jugendlichen, das Boot sei schon überfüllt. […]
Immerhin 27 Prozent aller deutschen Jugendlichen erscheinen in Münchmeiers Auswertung als „hoch ausländerfeindlich“.«

Die damals 15-24jährigen sind heute die Elterngeneration.

Vielleicht wäre es doch ganz sinnvoll, den als »Laberwissenschaften« beschimpften Sozialwissenschaften gelegentlich mal zuzuhören. Stattdessen haben wir weitere zwei Jahrzehnte verschwendet und wundern uns heute über Institutionenkrise und AfD-Wählende.

Es ist so frustrierend: Ob Mondlandung, Klimawandel, Impfen oder Nazis – Die Wissenschaften stellen das entscheidende Wissen zur Verfügung, aber wir vertrauen lieber auf unsere Bauchempfindungen und die Erzählungen des Schwippschwagers der Nachbarin. Auf allen Ebenen, in allen Positionen.

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