Introducing: Des Hausheiligen wahre Heimat im Zwischennetz

Das Internet ist groß. Verdammt groß. Du kannst dir einfach nicht vorstellen, wie groß, gigantisch, wahnsinnig riesenhaft das Internet ist. Du glaubst vielleicht, die Straße runter bis zur Drogerie ist es eine ganz schöne Ecke, aber das ist einfach ein Klacks, verglichen mit dem Internet.*

Und das allein kann nur der Grund sein, warum mir das famose Webprojekt Friedhelm Greis´ zum Hausheiligen dieses Blogs erst jetzt vor das virtuelle Surfbrett kam. Das Sudelblog (dessen Name ebenso unvermeidlich ist wie Treppe, die es im Banner trägt – die Tragik wirklich treffender Beschreibungen ist ja gerade eben, daß sie aufgrund ihrer Trefflichkeit permanent herangezogen werden und so der Gefahr des Überdrusses beim Lesenden geradezu schutzos ausgeliefert sind. Meine Ankündigung für die Tucholsky-Lesung im Frühjahr stand ja auch unter dem bereits sattsam bekannten Motto „Lerne lachen ohne zu weinen“) widmet sich der zeitgenössischen Tucholsky-Rezeption und ihm selbst in einem derart gründlichen und lobenswerten Ausmaß, daß ich mich dort, nun sagen wir, in erheblichem Maße festgelesen habe. Ich habe hier im Blog in letzter Zeit meine These, daß sich bei Tucholsky zu nahezu jedem Thema des modernen Lebens eine Aussage finden läßt, etwas nachlässig behandelt. Herrn Greis Sudelblog aber läßt mich zumindest planen, dies in Zukunft wieder etwas intensiver anzugehen. Und wahrscheinlich wird sich auch so künftighin der eine oder andere Verweis dorthin erfolgen. Für heute mag dieser

Anspieltipp

den ich mit höchtem Genuß gelesen habe, und zudem auch der Beitrag war, der mich dorthin führte (im Nachgang zur Sylvester-Lesung habe ich eine Kurzrecherche zu Mynona starten wollen), genügen.

Und schließen möchte ich mit diesem kurzen Kommentar des Hausheiligen in Sachen Nachruhm:

Mein Nachruf

Auf eine Rundfrage

Wie mein Nachruf aussehen soll, weiß ich nicht. Ich weiß nur, wie er aussehen wird. Er wird aus einer Silbe bestehen.
Pappa und Mamma sitzen am abgegessenen Abendbrottisch und vertreiben sich ihre Ehe mit Zeitungslektüre. Da hebt Er plötzlich, durch ein Bild von Dolbin erschreckt, den Kopf und sagt: »Denk mal, der Theobald Tiger ist gestorben!«
Und dann wird Sie meinen Nachruf sprechen. Sie sagt:
»Ach -!«

**


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*Ehe jetzt die Plagiatsvorwürfe auf mich herniederprasseln, selbstverständlich ist das abgeschrieben aus: Adams, Douglas: Per Anhalter durch die Galaxis. Gesamtausgabe. Rogner & Bernhard Berlin. 3. Aufl. 2008, S. 70 – nur daß dort statt „Internet“ „Weltraum“ steht. Aber ich bin sicher, die popkulturell bestens gebildete geneigte Leserschaft hat das ohnehin sofort durchschaut.
**Tucholsky, Kurt: Mein Nachruf. in: Werke und Briefe: 1927, S. 425. Digitale Bibliothek Band 15: Tucholsky, S. 5147 (vgl. Tucholsky-GW Bd. 5, S. 200) (c)Rowohlt Verlag

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