Leipzig-Lübeck 2010 (9) – Was noch zu sagen wär

Location: Lübeck
Gesamtkilometerstand: 530,31 km
Gesamtfahrzeit: 27:53:12 h
Gesamtschnitt: 19,05 km/h
Gesamtreisezeit: 37:45 h

Während draußen vorm Fenster der Wind tobt und die Kühlkompressen ihren Dienst tun, nun also noch ein letztes Resümee (das Wort sieht seltsam aus).

Nicht nur einmal während der Tour fragte ich mich:

Warum? Warum das alles?

Ich könnte jetzt eine ganze Reihe metaphysischer Begründungen finden, aber letztlich wahr ist wohl nur dies: Ich wollte wissen, ob ich das kann. Insbesondere nach dem kläglich gescheiterten Versuch im letzten Jahr, diese schmähliche Niederlage konnte ich ja unmöglich auf mir sitzen lassen. 😉
Man möge dies auf männliches Rollenverhalten schieben und das wäre vermutlich noch nicht einmal falsch. Die Geschichte der bisherigen Suche nach zu überschreitenden Grenzen legt jedenfalls nahe, daß das eher so ein Männlichkeitsding ist. Und so scheint es mir auch kein Zufall, daß der Film, aus dem der folgende Dialog stammt, „The Final Frontier“ heißt:

„Ich klettre, weil es mir Spaß macht. Ganz zu schweigen vom wichtigsten Grund auf einen Berg zu steigen.“
„Und der wäre?“
„Weil er da ist.“

Diese Erkenntnis habe ich zumindest gewonnen: Ich bin hier nur angekommen, weil ich es verdammt noch mal wollte. Eine reine Freude war es jedenfalls eher selten.

Was gibt es sonst noch?

>> Die Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten hat mich gelehrt, daß die Welt nicht gleich untergeht, wenn man es gelegentlich auch einfach mal drauf ankommen läßt und nicht alle Details im Voraus geplant hat (nur, falls sich das jemand fragt: Im Vorfeld buchen wollte ich nicht, da ich ja nicht wußte, ob ich das jeweilige Ziel auch erreichte – und die ausgesuchten Pensionen gaben online nie an, keine Einzelbesucher haben zu wollen). Merkwürdige Erfahrung.

>> Durch die Altmark fuhr ich, wie im Text kurz angedeutet, bereits vor 12 Jahren per Rad, wir waren damals unterwegs auf der Nordroute der Straße der Romanik. Neben der Erkenntnis, daß Havelberg seinen Namen vollkommen zu Recht trägt, gab es damals eine bemerkenswerte Dichte von N.P.-Märkten und Volksbanken zu verzeichnen, die ich diesmal nicht wiederfand. Aber möglicherweise liegt das daran, daß es ja diesmal eine etwas andere Streckenführung gab. Wahrscheinlicher scheint mir freilich etwas anderes zu sein. Aber da fehlt mir die empirische Datenbasis.

>> Ich habe eigentlich immer irgendwelche Musik im Kopf, das Konzept eines „Ohrwurms“ ist mir dahingehend fremd, handelt es sich doch eher um einen Normalzustand.
Hier mal mein Kopfradio, so weit ich das memoriere:

Tag 2

und:

Tag 3

Außer dem erwähnten Manne Krug, der ja erst etwas später assoziiert wurde, war es vor allem das hier:

Dazu kann ich nur sagen, das Gehirn assoziiert manchmal sehr dämlich. Kaum ist ein bißchen Wind, naja, lassen wir das.

Tag 4

Tag 5

OK, ist gelogen. Aber wenn ich eine auswählen sollte, wäre es das gewesen. 😉

Tatsächlich spielte der DJ das hier und damit wäre auch die für den Beitragstitel fällige Reminiszenz erbracht:

Zum Schluß noch die beliebte, Jahrzehnte alte Rubrik der Danksagungen a la PHOENIX* und dann soll dieses Kapitel geschlossen sein:

Thanks to: Volkshaus Walternienburg, Familie Pasiciel in Grieben, Haus am Festspielplatz Wittenberge und Familie Bendi in Bleckede für gute und günstige Übernachtungsmöglichkeiten, freundliche Aufnahme sowie ein jeweils hervorragendes und umfangreiches Frühstück.

EXTRA Thanks
to: All jenen, die per SMS, eMail oder Anruf Motivation durch Unterstützungszusagen gaben.

SPECIAL Thanks to: Demjenigen, der die Bananen nach Europa brachte, dem Erfinder des Müsliriegels und des isotonischen Getränkepulvers. Diese drei sicherten meine Verpflegung auf dem Rad.

VERY SPECIAL Thanks to: Jane. Fürs Leihen der Ausrüstung. Auch wenn das mit BASE nicht so funktionierte. Die Gepäcktaschen waren aber ein wahrer Segen (btw: Da ich nun beide Systeme testen konnte: Ich finde das Befestigungs- und das Verschlußsystem bei VAUDE sehr viel überzeugender als bei Ortlieb. Einziger Nachteil: Es fehlt ein Tragegurt. Das wird auf der Rückreise mit der Bahn ein Spaß.)

EXTRA SPECIAL Thanks
to: Jane. Fürs Rücken frei halten und das zweistündliche Backup. Ohne wäre die Tour wohl nicht möglich gewesen.

NO Thanks to: BASE
Ich weiß nicht, wie es ist, wenn man den Surfstick bei BASE kauft, aber die als Möglichkeit angegebene Variante, mit Hilfe eines Handys als Modem zu surfen, erwies sich in meinem Fall als glatter Reinfall. Nicht, weil es technisch unmöglich gewesen wäre, ganz im Gegenteil, das lief vollkommen problemlos. Der Beitrag in Wolfen kostete mich satte 25€ und geht damals als mein teuerster Blogbeitrag in die Geschichte ein.
Denn der Tarif, der auf meinen Kaufunterlagen steht (der mich 3€ pro Tag gekostet hätte, die 25€ waren also als Gesamtbetrag geplant gewesen), war nur nutzbar, wenn man bestimmte Einstellungen vornimmt (die gut versteckt irgendwo in einem Infoflyer stehen). Wo die vorzunehmen wären, konnte mir jedoch weder an der sauteuren Hotline noch im BASE-Laden in Magdeburg jemand erklären. Und zwar nicht einmal bei der von Eplus extra bereitgestellten Software. Ich habe daraufhin alle Varianten, die ich am Mobiltelefon zur Einstellung gefunden habe, ausprobiert. Ohne Erfolg. Was dazu führte, daß meine Kosten glatt verdreifacht wurden, weil ich so ja nicht weitermachen konnte und daher bei O2 den Surfstick teste. Das funktioniert wenigstens ohne unüberschaubare Kosten.

*PHOENIX. The bible of life and animals. The end of print. Die Schülerzeitung, an der ich seinerzeit mitgearbeitet habe. Wie an den Untertiteln unschwer zu erkennen, waren wir unglaublich bescheiden. Ich habe deren, orthographisch freilich anders gestalteten, Danksagungsrubriken später in die Rundschreiben der LSV Sachsen-Anhalt übernommen (die sich seit einiger Zeit wieder Landesschülerrat nennt und deren Auftreten, nun, sagen wir: nicht mit dem Gremium meiner Zeit zu vergleichen ist.)

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